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Max von Laue (1879 - 1960)

deutscher Physiker

Max von Laue wurde am 9. Oktober 1879 in Pfaffendorf bei Koblenz geboren Aufgrund der beruflichen Tätigkeit und den damit verbundenen Versetzungen seines Vaters war Max Laue gezwungen seine schulische Ausbildung in verschiedenen Gymnasien Deutschlands zu absolvieren. In Straßburg erhielt er schließlich das Abitur und wurde wenige Tage später zum Militärdienst einberufen. Gleichzeitig begann er an der dortigen Universität mit einem Studium in verschiedenen naturwissenschaftlichen Fächern. Nach zwei Semestern jedoch wechselte er an die Universität Göttingen und entschied sich zum Studium der theoretischen Physik. Nach zwei Semestern in Göttingen und einem Zwischensemester an der Universität München ging Max Laue nach Berlin und belegte bei Max Planck theoretische Optik. Ein Jahr später wurde er "magma cum laude" promoviert. Nach seiner Promotion ging Laue zu weiteren Studien für vier Semester nach Göttingen zurück und legte das Staatsexamen ab. Im Herbst 1905 erhielt er von Max Planck eine Assistentenstelle, welche er drei Jahre innehatte. 1906 wurde er mit einer Arbeit über die Entropie interferierender Strahlenbündel habilitiert. Als Albert Einstein 1905 die Spezielle Relativitätstheorie begründet hatte und Max Planck sein wissenschaftliches Ansehen in die Waagschale warf, um der Theorie zum Durchbruch zu verhelfen, da war es bezeichnenderweise von Laue, der mit einem optischen Beweis hervortrat. Er zeigte 1907, dass das Einsteinsche Additionstheorem zwanglos die Formel von Fizeau mit dem bisher unverständlichen Fresnelschen Mitführungskoeffizienten ergibt. 1909 wechselte Max Laue als Privatdozent an die Universität München an das Institut für theoretische Physik. Hier hatte von Laue im Frühjahr 1912 die entscheidende Idee, die zur Entdeckung der Röntgenstrahlinterferenzen führte. Noch 1912 erhielt er eine außerordentliche Professur an der Universität Zürich. 1913 wurde Laues Vater aufgrund seiner Verdienste in den erblichen Adelsstand erhoben und von da an trug auch sein Sohn Max Laue dieses Prädikat. 1914 erhielt er den Nobelpreis und am 1. Oktober 1914 berief ihn die Stiftungsuniversität Frankfurt als Ordinarius. 1916 begann Max von Laue eine Zusammenarbeit mit Wilhelm Wien in Würzburg über die Wirkungsweise von Verstärkerröhren. 1918 vereinbarte er mit dem in Berlin in einer vergleichbaren Stellung wirkenden Max Born einen Tausch der Lehrstühle. So wechselte 1919 Max Born nach Frankfurt und er selbst an das Kaiser Wilhelm Institut für Physik in Berlin. Von Laue wurde theoretischer Berater der Reichsanstalt und lernte hier Walther Meissner kennen, der sich mit dem Problem der Supraleitung beschäftigte. Max von Laue konnte 1932 die Abhängigkeit des kritischen Magnetfeldes von der Geometrie der Probe erkläre und damit einen Anstoß zur Entdeckung des Meissner-Effekts der Feldverdrängung geben. Als Hitler an die Macht kam, beschloss Einstein, von Lehrveranstaltungen in den USA nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Im März 1933 erklärte Einstein seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1936 wurde Peter Debye Direktor der Kaiser Wilhelm Gesellschaft und Max von Laue dessen Stellvertreter. 1943 wurde er aufgrund seiner negativen Äußerungen über den Nationalsozialismus vorzeitig vom Reichskultusministerium emeritiert. Nach dem Zusammenbruch des dritten Reiches wurden die deutschen Kernphysiker, so auch Laue, in England sistiert. 1946 wurde er stellvertretender Direktor und Professor am Kaiser Wilhelm Institut. Ende 1950 erreichte Max von Laue ein Ruf aus Berlin als Direktor des Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie der damaligen Forschungshochschule Dahlem, welche die ehemaligen Kaiser Wilhelm Institute zusammenfasste.

Am 24. April 1960 verstarb Max von Laue an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

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